Ayurveda Basics

Guruvadi Gunas – Die 20 Qualitäten

„Es gibt im Universum keine Substanz, die aufgrund ihrer vielfachen Zwecke und Verwendungsmöglichkeiten nicht als Heilmittel genutzt werden kann.“

Vagbhata, Astanga Hrdayam, Sutrasthana 9:10

Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff Gunas soviel wie „Qualität“ oder „Charakteristikum“. Dahinter verbergen sich die Eigenschaften und Heilwirkungen im Ayurveda.

Mutter Natur liefert uns hier eine gesamte „Tool-Box“, mit der sie sich im Gleichgewicht hält. Dieses Kontrollsystem ist überall in allen Substanzen zu finden, auch im menschlichen Körper.

Der Ayurveda beschreibt insgesamt 42 Gunas. Auf die 10 wichtigsten Eigenschafts- bzw. Gegensatzpaare im Ayurveda möchte ich hier etwas genauer eingehen.

Gleiches wird durch Gleiches verstärkt und Gegensätze gleichen einander aus. Die Paare zeigen uns durch einen Vergleich, wie wir die Welt verstehen und empfinden: Heiß oder kalt, rau oder glatt, leicht oder schwer, u.s.w. Mit diesen Attributen wird auch bestimmt, wo im DOSHA ein Überschuss und wo ein Mangel vorliegt.

Das Gleichgewicht wird dadurch gefördert, dass genau die Eigenschaft hinzugefügt wird, welche das Gegenteil zu derjenigen ist, die das Ungleichgewicht stärkt, sodass die Eigenschaften verringert werden.

Zum Beispiel essen wir im Winter scharf gewürzte Suppen und Speisen, meiden es aber im Sommer, weil die Schärfe uns aufwärmt. Schärfe lässt uns schwitzen, weil würzige Speisen die Eigenschaften heiß und ölig haben.

Limetten hingegen habe eine leichte und kühlende Wirkung. Und können im Sommer eine tolle Erfrischung und Abkühlung im Wasser sein.

Wenn wir beginnen, das Ungleichgewicht in uns nach den 20 Eigenschaften zu differenzieren, können wir Nahrung als Medizin nutzen und jede ausgleichende Substanz gezielt zu uns nehmen.

Alle Eigenschaften sind in 2 wichtige Kategorien aufgeteilt: aufbauend und abbauend. Das Gleichgewicht zwischen diesen beiden ist entscheidend, ob wir uns ausgeglichen fühlen und alle Körperprozesse reibungslos ablaufen oder nicht.

Aufbauende Eigenschaften bauen Masse auf, nähren das Gewebe, fördern Feuchtigkeit, stärken, erden und stabilisieren den Körper und Geist.

Abbauende Eigenschaften reduzieren Masse, Gewebe, überschüssiges Wasser sowie Schleim und verleihen Schwung.

Der Ayurveda unterscheidet in der Ernährungs- und Heilkunde:

  • schwer (Kuhmilchkäse, fettes Fleisch, gesättigte Fettsäuren; sitzende Tätigkeiten; Wirkung: nährt den Körper und verursacht Schweregefühl) & leicht (Brühe, rohes Obst und Gemüse; Meditation; Wirkung: Wachheit, Schwäche, reduziert Übermaß)
  • langsam/träge (frittierte Speisen, Rindfleisch; zu viel essen, zu viel Schlaf; Wirkung: Schwerfälligkeit) & schnell/ scharf/ durchdringend (Wasabi, Essig, Pfeffer, Ingwer, Alkohol, scharfer Käse – auch Ziegenkäse; Wirkung: gut für Reinigungsbehandlungen, vermehrt die Sekretion)
  • kalt (Koriander, Gurken, Limetten, Kokosnuss; Wirkung: gut bei Entzündungen, vermindert die Sekretion) & heiß (Chilis, Zitrusfrüchte, Kaffee, Rauchen, alles was Sodbrennen verursacht; HotYoga; Wirkung: fördert die Verdauung, verursacht Schwitzen und Durst)
  • ölig/ fettig (Oliven, Kokosnuss, Sesam, Öle, Nüsse, Fisch, Kerne; Wirkung: Weichheit, Kraft, Feuchtigkeit) & trocken (Mais, Kidney-Bohnen, Gerste, Roggen, Koffein; Wirkung: Trockenheit, Rauheit, schwächt die Kraft, vermindert Dhatus)
  • klebrig/ schleimig/ glatt (Avocados, reife Mangos, Bananen; Schwimmen; Wirkung: stärkt die Körperkraft) & rau (Mais-Chips, Popcorn, grobes Mehl, Sellerie und anderes Roh-Gemüse; Joggen im Winter und bei Kälte; Wirkung: fördert Rauheit und Trockenheit, stoppt Sekretion)
  • zähflüssig/ dicht/ fest (gekochtes Gemüse, Käse, Gluten; Herumsitzen; Wirkung: blockiert Srotas, vermehrt Körpergewicht) & wässrig (Brühe, Magermilch, Lassi; Schwitzen löst die zähflüssige Eigenschaft auf; Wirkung: erzeugt Mobilität, löst auf, fördert die Sekretion)
  • weich (Kartoffelpüree, Weichkäse, gebackener Kürbis, Obst-Kompott; sanftes Yoga; Wirkung: macht Gewebe und Organe locker, lindert Brennen) & hart (Mais, Nüsse, Roggencracker, knackige Äpfel, nicht vollständig gekochtes Gemüse und Bohnen; aggressive Sportarten und Wettbewerbs-Training; Wirkung: verleiht Kompaktheit)
  • stabil/ unbeweglich (Fleisch, Milchprodukte, Miso, Nüsse, Öle; an einem Ort bleiben und sich an Routinen halten; Wirkung: blockiert Ausscheidungen, Stabilität) & beweglich/ instabil (stark gewürzte Speisen und Getränke, rohe Lebensmittel; nicht ausreichend essen, Säfte, Zucker; Reisen oder Umzüge; Wirkung: Zittern, fördert Bewegungen)
  • trübe/ salbend/ schleimig (cremige Suppen, faseriges Obst, dunkles hefiges Bier; Drogen, Medikamente und Alkohol; Wirkung: Belag im Mund) & klar (Gurken, wässrige Gemüsesorten, Gemüsebrühen, Kräutertee, reines Wasser; tiefes Atmen, Yoga, Meditation; Wirkung: trocknet aus, vermindert Sekretion, z.B. Eiter)
  • grobstofflich/ grob (zu wenig Schlaf; Konsum von Essen mit zu vielen aufbauenden Eigenschaften; Wirkung: Verstopfung, Übergewicht, schwer verdaulich) & feinstofflich/ subtil (frisch zubereitete , minimal verarbeitete, selbst gekochte Speisen, auf spirituelle Aspekte des Lebens achten, spirituelle und inspirierende Schriften lesen; Yoga, Meditation und Heilkunde; Wirkung: öffnet die Srotas, dringt in die feinsten Srotas)

Jetzt heißt es, ein Gespür zu entwickeln , wie sich gewisse Nahrungsmittel bei der Aufnahme im Körper anfühlen. Nach und nach greift hier unsere Intuition. Wir nehmen dann ganz automatisch gewisse Nahrungsmittel zu uns, die ausgleichend wirken und unser Wohlbefinden fördern.

Wenn du den Ayurveda in deine Küche holen möchtest, ist es durchaus sinnvoll diese 20 Eigenschaften zu kennen, sich stets ausreichend Zeit zum Essen zu nehmen und dann reinzuspüren, wie sich bestimmte Nahrungsmittel im Körper anfühlen.

Ist dir häufig kalt? Oder fühlst du dich oft träge?

Über die Ernährung und mit bestimmten Aktivitäten können wir unseren Körper wärmen, kühlen, nähren, stärken, leicht machen, in Schwung bringen, balancieren, beweglich und vital halten.

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